Eine Session, getragen von musikalischem Vertrauen
Inspiriert von Klassikern wie Kind of Blue wurde die Session zu einer Erkundung musikalischen Vertrauens — erfahrene Improvisatoren in einer Umgebung, in der Instinkt, Kommunikation und Kreativität die Musik führen durften.



Die richtigen Musiker zusammenbringen
Nach einem Studium in klassischer Musik und Jazz spielt, komponiert und unterrichtet Wolfgang seit über fünfundzwanzig Jahren Jazzimprovisation, Ensemblespiel und Musiktheorie. Für diese Aufnahme stellte er ein außergewöhnliches Quartett zusammen, dessen Mitglieder ein tiefes Verständnis für musikalische Konversation teilen. Es spielten Wolfgang Obert am Tenorsaxofon, Christoph Spangenberg am Klavier, Seb Gieck am Kontrabass und Julian Külpmann am Schlagzeug — als besonderer Gast kam Tony Potts für eine Live-Darbietung von Everyday I Have The Blues dazu. Auch wenn die Musik zeitgenössischen Jazz, Blues, Funk, lateinamerikanische Einflüsse und Hip-Hop-inspirierte Grooves umspannt, folgt jede Komposition derselben Haltung: Raum für Entdeckungen lassen.


Die Performance aufnehmen
Das Studio wurde so eingerichtet, dass alle Musiker gemeinsam spielen und dabei während der gesamten Session ununterbrochenen Blickkontakt halten konnten. Eine sorgfältig geplante Raumaufteilung sorgte für die akustische Trennung, die eine professionelle Mehrspuraufnahme braucht — ohne die feine visuelle Kommunikation zu opfern, die in improvisierter Musik so wichtig ist. Statt jede Spur von Übersprechen zwischen den Instrumenten zu beseitigen, nutzte die Aufnahme bewusst die natürliche Atmosphäre, die entsteht, wenn Musiker gemeinsam in einem Raum spielen. Kleine, kontrollierte Anteile an Bleed trugen zu jener Tiefe, Realität und Dreidimensionalität bei, die viele Hörer mit klassischen Jazzaufnahmen verbinden. Über den ganzen Tag hinweg gelangen dem Quartett vollständige Takes in nur wenigen Durchgängen. Musikalische Ideen entwickelten sich ganz natürlich, jeder Spieler reagierte instinktiv auf die anderen. Selbst nach vielen Stunden im Studio ließ die Intensität des Zuhörens nicht nach — die Performances blieben von Anfang bis Ende frisch. Für die einzige Gesangsnummer des Albums, Everyday I Have The Blues, kam Soulsänger Tony Potts vom Regieraum aus dazu. Akustisch isoliert, aber mit direktem Sichtkontakt zu allen Musikern, entfaltete sich die Aufnahme mit demselben Gefühl von Interaktion wie die instrumentalen Takes.


Die Session auf Film
Die gesamte Session wurde parallel von Videografin Isabelle Schmitz auf Film dokumentiert — sowohl die Performances als auch die kollaborative Atmosphäre, die im Lauf des Tages entstand.
Musik aus vielen Traditionen
Während Everyday I Have The Blues der Jazz- und Blues-Tradition Tribut zollt, präsentiert der Rest des Albums Wolfgang Oberts eigene Kompositionen. Stücke wie Herbie's In Da House, Jump Max und White Dilla zeigen Einflüsse aus Funk und Hip-Hop, während Puerto Sherry Blues und Trixies Tricks Blues und Swing erkunden. An anderer Stelle erweitern lateinamerikanische Rhythmen und zeitgenössische Jazzharmonik die klangliche Landschaft des Albums — ein Programm, das zugleich in der Tradition verwurzelt und unverkennbar modern wirkt. In jeder Komposition liegt der Fokus auf Interaktion statt auf Perfektion: Musiker, die im Moment gemeinsam Musik entstehen lassen.
Produktion
Das Album wurde als Live-Tracking-Session im Hot Milk Studio Berlin in unserem hybriden Recording- und Mixing-Workflow aufgenommen. Im Anschluss an die Aufnahmen wurde das Projekt vollständig im Haus editiert, gemischt und gemastert. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags ist das fertige Album für Herbst 2026 angekündigt.
Titelliste
Everyday I Have The Blues (mit Tony Potts) · Herbie's In Da House · Insomnia · Jump Max · Kids Can · La meuse geule · No Complaints · Palomares · Pick Me Up · Puerto Sherry Blues · Trixies Tricks · White Dilla
Das Ergebnis
Ob geradliniges Jazzquartett, zeitgenössischer europäischer Jazz oder Projekte, die aus mehreren musikalischen Traditionen schöpfen — unser Ziel bleibt dasselbe: eine Umgebung schaffen, in der Musiker natürlich zusammen spielen können, während jede Nuance der Performance mit Klarheit, Tiefe und Musikalität festgehalten wird.
